„Theatre for a New Audience“ hatte sein bisheriges Dasein als Wandertruppe verbracht und das klassische Repertoire in gemieteten Räumlichkeiten aufgeführt. Sein neues Gebäude im BAM Cultural District – das Polonsky Shakespeare Center – verschaffte dem Ensemble ein festes Zuhause, das genau auf seine Arbeit zugeschnitten ist: ein Laboratorium für die moderne theatralische Interpretation klassischer Stücke. Das Ergebnis ist ein Gebäude, dessen schlichte äußere Form seine bauliche Komplexität und die Raffinesse seiner akustischen Abschirmung vom Straßen- und U-Bahn-Lärm der Stadt nicht erahnen lässt.
Der Baukörper ragt aus seinem Standort heraus, wobei die Lobby im zweiten Stock dramatisch über den Haupteingang hinausragt und so eine nahezu nahtlose Verbindung zwischen der Lobby und dem Kunstplatz schafft, der die Vorderseite des Gebäudes umgibt. Mit metallgrauen Paneelen verkleidet, wirkt die Außenfassade wie eine nahtlose, undurchsichtige Fläche – ein bewusster Kontrast zur Glasvorhangfassade an der Vorderseite, die von oben herabhängt.
Von der Straße auf den Sitz
Die Besucher betreten das Gebäude im Erdgeschoss und folgen dem geschwungenen Verlauf des Außenplatzes in eine hohe, helle Lobby. Eine zentrale Treppe führt sie hinauf und bietet einen weiten Blick zurück über den Platz und hinaus auf die Nachbarschaft. Hier, noch bevor sie das Theater erreichen, wird das Publikum für die Menschen auf der Straße unten Teil der Aufführung – das Leben des Gebäudes wird sichtbar, eine Idee, die H3 seitdem als „Architektur der Vorfreude“ bezeichnet. Dann betreten sie die Hauptbühne vom zweiten Stock aus, und das Erlebnis kehrt sich um.
Die ultimative Black Box
Die intime Dunkelheit der Mainstage mit ihren 299 Plätzen steht in krassem Kontrast zur hohen Lobby. Die Oberflächen und Möbel sind durchweg schwarz gehalten – keine visuelle Ablenkung vom Geschehen auf der Bühne. Die Sitzplätze auf drei Ebenen – im Parkett und auf zwei niedrigen Rängen – bringen das Publikum nah an die Darsteller heran und lassen sich für wechselnde Inszenierungen neu anordnen.
Alle Elemente der Hauptbühne – ihre Gestaltung, die Akustik, die Sichtverhältnisse und die einheitliche Farbgebung – tragen dazu bei, eine besondere Nähe zwischen Publikum und Darstellern zu schaffen.
— Hugh Hardy, FAIA, Gründungspartner, H3
Diese Intimität ist der eigentliche Zweck des Raums, und genau diese Eigenschaft hat die Leitung von TFANA besonders hervorgehoben: eine Nähe zwischen Publikum und Darstellern, die das Ensemble als Inbegriff des Black-Box-Theaters betrachtet. Dank der flexibel anpassbaren Bestuhlung kann derselbe Raum sowohl für eine Vorbühne-Inszenierung einer Tragödie als auch für eine Proszenium-Inszenierung einer Komödie genutzt werden, ohne dass dabei Abstriche gemacht werden müssen.
Leise Technik, sichtbare Zurückhaltung
Das Gebäude ist durchgehend mit branchenführender, energieeffizienter LED-Beleuchtung ausgestattet – was bei einem Theater dieser Art selten ist – und wurde für eine hohe LEED-Zertifizierung konzipiert. Wie bei allen H3-Theatern ist die technische Ausstattung umfassend und weitgehend unsichtbar: die akustische Isolierung, die den Lärm der Stadt fernhält, die Systeme, die es ermöglichen, den Charakter des Raums zu verändern, sowie die Infrastruktur, die den gesamten Produktionsanforderungen eines professionellen Ensembles gerecht wird. Wie das Ensemble, das es beherbergt, setzt das Gebäude im BAM Cultural District ein kraftvolles und zugleich nuanciertes neues Zeichen – ein dramatisches architektonisches Statement, das bewusst als zurückhaltende Plattform für die Darbietungen auf seiner Bühne fungiert.